 |
DER WECKENSONNTAG
Der Sonntag „Lätare" ist für die Kinder Sulzburgs ein Festtag; Auf dem Marktplatz erhalten sie ihre Wecken vom Bürgermeister und den Gemeinderäten. Dem historischen Brauchtum entsprechend gibt es einen Wecken für jedes Kind, zwei für die Schüler und vier für die Achtklässler. Früher erhielten auch noch die Läuterbuben der evangelischen Stadtkirche vier Wecken. Dieses Fest verdankt seine Entstehung der Stiftung einer fürstlichen Frau, die im achtzehnten Jahrhundert in Sulzburg gelebt hat, der Markgräfin Katharina Barbara von Baden-Durlach. Sie schenkte das Kapital für den Weckensonntag. Die Markgräfin Katharina Barbara war die Tochter des Markgrafen Friedrich VI. von Baden-Durlach. Der badische Markgraf galt als einer der erfolgreichsten Diplomaten seiner Zeit. Wegen seiner Verwandtschaft zum schwedischen Hof verbrachte er die letzten Jahre des 30-jährigen Krieges in Pommern. Dort wurde am 4. Juni 1650 Katharina Barbara in Ückermünde geboren. Die Historiker rühmen ihre Begabung in Künsten und Wissenschaft, ihre Tugend und Ihre Schönheit. Der deutsche Kaiser Leopold I. warb um sie. Da aber für diese Heirat der Übertritt zur Katholischen Kirche Voraussetzung war, verzichtete sie darauf, deutsche Kaiserin zu werden. Sie blieb unverheiratet, wurde Kanonissin, später Dekanin des Evangelischen Stifts für fürstliche Frauen in Herford in Westfalen. Um 1709 lebte sie für einige Jahre im Schloss in Sulzburg. Sie tat viel für die Schulen und Kirchen, besonders aber für die Armen des Landes. Ihre größte Stiftung war die Einrichtung einer Armenapotheke in Sulzburg, die heute noch am gleichen Ort steht wie damals. Markgräfin Katharina Barbara starb hochbetagt in der Carlsburg in Durlach. Sie ist in der Stiftskirche in Pforzheim beigesetzt worden. Durch ihre guten Werke ist sie bis heute unvergessen und besonders den Kindern als die „Weckenfrau"bekannt.
|
 |
|
|
|
|
|
|